Impulse zu den Sonntagen

29. März 2020 - 5. Fastensonntag:

Warten auf Godot

Liebe Schwestern und Brüder,

„Warten auf Godot” ist ein Theaterstück aus der Feder des Jahrhundertschriftstellers Simon Beckett. Dort wird beschrieben, wie die beiden Protagonisten Estragon und Wladimir auf einen Herrn namens Godot warten. Jedoch erscheint dieser nicht, sondern lässt sich über mehrere Tage hinweg immer wieder durch einen Botenjungen entschuldigen und erscheint schließlich überhaupt nicht mehr. Stattdessen wird im Stück die absurde und sinnlose Situation beschrieben und welche grotesken Blüten sie hervorbringt.

An dieses Stück musste ich denken, während ich das Sonntagsevangelium meditiert habe. Es ist die Erzählung von der Auferweckung des Lazarus (Joh 11,1-45, nachlesen können Sie sie hier). Dort warten seine Schwestern Maria und Marta sehnsüchtig auf Jesus, damit dieser ihren todkranken Bruder heilen möge. Wie Estragon und Wladimir erscheint ihnen ihr Warten sinnlos, denn Jesus kommt nicht bzw. zu spät und Lazarus stirbt schließlich.

Wir finden sowohl bei „Warten auf Godot” als auch im Evangelium eine menschliche Grunderfahrung: Das Warten. Wir warten auf alles Mögliche. Wir warten an der Kasse. Wir warten im Stau. Wir warten an einer Ampel. Wir warten aber auch auf weniger banale Dinge, wie z.B. auf das Kommen eines geliebten Menschen, auf die Diagnose beim Arzt, auf das Ergebnis einer Klausur - auf Menschen und Dinge, die Bedeutung für uns und unser Leben haben. Ganz aktuell warten wir auf das Ende der Corona-Pandemie.

Wir warten und manchmal erscheint auch uns das Warten sinnlos, so wie Estragon, Wladimir, Maria und Marta. ABER: im Gegensatz zu Simon Becketts Stück endet Marias und Martas Warten nicht in der Sinnlosigkeit. Christus kommt schließlich doch. Und er kommt nicht nur, sondern er erweckt Lazarus von den Toten. Hierin steckt eine weitere Grunderfahrung, die wir als Menschen machen und die unmittelbar mit dem Warten zusammenhängt: Die Hoffnung!

Ich persönlich habe die Hoffnung, dass etwa die Corona-Krise möglichst bald abklingt und dass sie mich, meine Lieben und möglichst viele Menschen verschont. Ja, die Hoffnung kann auch trügen. Ich weiß nicht, ob sich diese Hoffnung erfüllt. Es kann gut sein, dass ich mich noch mit dem Virus anstecken werde. Aber ganz gleich, wie die Sache ausgeht - ich habe eine große Hoffnung. Sie liegt in dem, auf das ich, wir alle, die ganze Christenheit wartet: Ostern. Ich hoffe darauf, dass Christus mich und uns alle von der Schuld und vom Tod befreit. Und ich hoffe, dass Christus wie zum Lazarus auch zu mir einst sagen wird: „Johannes, komm heraus!”

Deshalb warte und hoffe ich auf Ostern. Auf was warten und hoffen Sie?

Ich wünsche Ihnen in diesen Tagen eine gute Gesundheit und Gottes reichen Segen,

Johannes Geis, Pastoralreferent

22. März 2020 - 4. Fastensonntag:

Gib Frieden!

Der kommende 5. Fastensonntag ist der MISEREOR-Sonntag. Dazu schreibt der MISEREOR-Hauptgeschäftsführer Pirmin Spiegel:

Liebe Leserin, lieber Leser,
was sind Voraussetzungen für ein friedliches Miteinander verschiedener Kulturen und Religionen? Wie können wir persönlich zu dauerhaftem Frieden beitragen? Gemeinsam wollen wir mit der diesjährigen Fastenaktion darauf Antworten finden.
Mit den Ländern Syrien und Libanon stellt MISEREOR eine Region in den Mittelpunkt, die von großer kultureller und religiöser Vielfalt geprägt ist – aber auch von Krieg. In diesem Umfeld unterstützen MISEREOR-Partnerorganisationen Menschen vor Ort, Kraft für den Alltag und neue Hoffnung für die Zukunft zu schöpfen. Dabei sind Bildung und psychosoziale Hilfe Grundsteine für ein friedliches Miteinander.
Stärken Sie mit uns das Engagement der Menschen in Syrien, im Libanon und in Deutschland für eine freie, offene und gerechte Gesellschaft. Damit Frieden für alle wachsen und dauerhaft bestehen kann.

Da wir keine Kollekte halten können, laden  wir alle, die dennoch das Anliegen der Misereor-Aktion 2020 über unsere Pfarrei unterstützen können und wollen, herzlich ein, unter Angabe des Zwecks "Misereor-Kollekte" einen Betrag zu überweisen auf unser Kollektenkonto bei der Sparkasse Bochum - IBAN: DE42 4305 0001 0042 4258 76

Dazu sagt Erzbischof Burger aus Freiburg: