Messdienerfahrt 2012

Messdiener in Fahrt…

„Pinkeln für den guten Zweck“! Sie meinen das ist Quatsch und völlig an den Haaren herbeigezogen? Die Messdienerschaft Heilig-Geist (Bochum-Harpen) deckt auf und verrät den wahren Kern:
 
Die Taschen gepackt, die Autos eingeräumt, alle Mann eingestiegen und los ging es `gen Westen. Unser Ziel? Der Ort Sevenum in Holland. Dort kamen wir in einem großen Ferienpark mit mehreren Seen und wunderschöner Landschaft unter. Und die Jungs und Mädels staunten nicht schlecht, unsere Häuser lagen nämlich direkt am Wasser und die Gänse watschelten bis vor die Terrassentür. Und nicht nur die Unterkunft ließ uns staunen, sondern auch das beständige – und am Sonntag sogar, dem Namen entsprechend, sonnige – Wetter trugen ihren Teil dazu bei.
 
Das war aber noch längst nicht alles, den entscheidend ist: Alleine fahren, macht keinen Spaß. Drum freuten wir uns alle umso mehr, dass wir mit 14 Jungen und Mädchen unterwegs waren, eine echt starke Truppe. Und das man nicht viel mehr braucht, zeigte schon allein Folgendes: Wir saßen am Abendtisch, einer der jüngeren Messdiener spielte vergnügt mit seinem Tischtennisschläger und –ball. Da kamen wir auf die Idee, die Stühle um den Küchentisch herum zur Seite zu schieben, kurzerhand in der Mitte ein improvisiertes Netz zu bauen und Tischtennis zu spielen, das klappte großartig, der Rundlauf wurde immer voller und voller.
 
Natürlich nutzen wir auch die Angebote des Parks. So gingen wir am Samstag in das parkeigene Schwimmbad. Dort hatten die Einen riesigen Spaß an der großen Rutsche, die Anderen erfreuten sich beim Ball-Spielen. Nun ja…. und der ein oder andere schaute sich auch einmal die Unterwasserwelt an – mal mehr, mal weniger freiwillig –, aber auch hierbei hatten alle mächtig Spaß.
Am Vortag von St. Martin, Samstag der 10.November, bauten wir im Nachmittagsprogramm bauten dazu aus Styropor, Transparentpapier und Teelichtern kleine Flöße, die wir am Abend auf dem Wasser schwimmen lassen wollten.
Doch bevor wir am Abend zum Wasser aufbrachen, feierten wir nach dem Abendessen unseren eigenen Gottesdienst mit unserem Pastor. Einmal die Messe ganz anders erleben. Dazu trug zum Einen die kleine vertraute Gruppe bei, aber auch das Vorhaben, während des Gottesdienstes im Kreis auf dem Boden zu sitzen – auch Jesus wird weniger auf Stühlen und am Tisch mit seinen Jüngern gesessen haben –.
 
Nachdem wir am Sonntagmorgen das Schwimmbad noch einmal unsicher gemacht hatten, ging es nach dem Aufräumen und einem Stück Kuchen am Nachmittag auch schon wieder auf den Heimweg.
Geschafft auf jeden Fall, aber wahnsinnig glücklich, über ein tolles, atemberaubendes und aufschlussreiches Wochenende.
 
Aufschlussreich, genau, da war doch noch etwas. Als wir Freitagabend die Regeln und Vorschriften im Park durchlasen, fiel uns auf, dass das „Urinieren außerhalb sanitärer Einrichtungen im Park“ mit einer Geldstrafe von 20,-€ geahndet wird. Dieses Geld, so gibt der Parkbetreiber an, wird für einen guten Zweck eingesetzt. Also schlussfolgerten wir: In diesem Park kann man tatsächlich „Pinkeln für den Guten Zweck!“.
 
Wir freuen uns schon auf das nächste Jahr!
 
Jürgen Richter